Am Hackklotz

Brennholz für einen kleinen Kaminofen: im Gemeindewald selbst gesägt, im Hof gespalten und zwei Sommer lang getrocknet.

Zwei Tage Motorsägenkurs vor dem ersten Los

8. Dezember 2024 · 3 Min. Lesezeit

Im Oktober stand im Amtsblatt, dass der Gemeindewald wieder Brennholz an Selbstwerber abgibt, in nummerierten Losen. Die Bedingungen: ein nachgewiesener Motorsägenlehrgang, vollständige Schutzausrüstung, biologisch abbaubares Kettenöl, und allein darf niemand in den Wald. Der Ofen stand seit vier Wochen im Wohnzimmer, die erste Palette gekauftes Holz war teurer gewesen als gedacht, und so habe ich mich angemeldet, für ein Los und für den nächsten Kurs.

Für 180 Euro gab es zwei Tage auf einem Holzplatz am Waldrand, Ende November, mit acht Teilnehmern und einem Forstwirtschaftsmeister mit dreißig Jahren im Wald. Am ersten Morgen ging es um die Schutzkleidung. Eine Schnittschutzhose wirkt, weil in ihr lange Fasern liegen, die eine laufende Kette herausreißt und um das Kettenrad wickelt, bis sie steht. Nach einem Treffer ist die Hose deshalb hin. Meine trägt die Klasse 1, geprüft bis zwanzig Meter Kettengeschwindigkeit pro Sekunde. Mit Helm, Gesichts- und Gehörschutz, Schnittschutzstiefeln und Handschuhen kam ich auf gut 260 Euro.

Dann die Säge selbst: Kettenbremse, Kettenfangbolzen, Gashebelsperre, Krallenanschlag und die gefährlichste Stelle, das obere Viertel der Schwertspitze. Berührt sie Holz, schlägt die Säge nach oben zurück, in Richtung Kopf. Am Nachmittag kamen die ersten Schnitte an liegenden Stämmen. Mein erster war schief, weil ich die Säge nach unten gedrückt hatte, statt sie arbeiten zu lassen.

Der zweite Tag war der wichtigere. Morgens wurde geschärft: eine Rundfeile von vier Millimetern im Feilenhalter, dreißig Grad, danach die Tiefenbegrenzer mit einer Lehre. Nachmittags ging es um Holz unter Spannung, an einer jungen Buche, die der Ausbilder mit einem Seil zum Bogen gezogen hatte. Zuerst schneidet man auf der Druckseite ein, nur so tief, dass die Kette nicht klemmt, dann trennt man von der Zugseite her. Wer es andersherum macht, riskiert einen Stamm, der aufreißt und ihm entgegenschlägt. Zum Schluss musste jeder die Nummer des nächsten Rettungspunkts nennen können.

Die Säge kaufte ich eine Woche später gebraucht in einer Landmaschinenwerkstatt: 35 Zentimeter Schwert, mit neuer Kette 290 Euro. Mit Kurs, Ausrüstung, Feilen, zwei Keilen und einem Kanister Sonderkraftstoff liegt der Einstieg bei rund 800 Euro. Das erste Los holt davon nur einen kleinen Teil herein, aber ich will wissen, ab welchem Winter sich das Ganze rechnet.