Am Hackklotz

Brennholz für einen kleinen Kaminofen: im Gemeindewald selbst gesägt, im Hof gespalten und zwei Sommer lang getrocknet.

Los 23: Buchenkronen an fünf Samstagen

8. März 2025 · 3 Min. Lesezeit

Die Lose wurden Mitte Januar an einem Donnerstagabend im Bauhof verlost. Ich zog die 23: Kronenholz von Buchen aus einer Durchforstung im Herbst, dazu etwas Hainbuche und zwei liegende Birken, geschätzt sechs Raummeter zu je zwanzig Euro. Aufarbeiten bis Ende März, abfahren bis Ende April, gearbeitet wird montags bis samstags bei Tageslicht, und stehende Bäume sind tabu. Das Los daneben gehört meinem Nachbarn, und damit war geklärt, wer mitkommt: Jeder arbeitet an seinem Holz, aber immer in Ruf- und Sichtweite des anderen.

Beim ersten Besuch sah das Los aus wie ein Mikado für Riesen: fünf Kronen kreuz und quer übereinander, manche Äste armdick und unter Spannung. Den ersten Samstag habe ich fast nur damit verbracht, mir Platz und einen sicheren Stand zu schaffen und jede Krone von oben abzubauen, damit nichts auf mich zurollen kann. Was dünner als ein Handgelenk war, blieb als Reisig liegen. So will es der Vertrag, und der Boden braucht es.

Gesägt wird auf einen Meter, abgemessen mit einem Haselstock mit Kerbe. Die Meterstücke trug ich die zwanzig, dreißig Meter zum Weg und stapelte sie dort zwischen Pfählen, einen Meter hoch, damit das Messen leicht ist. Am dritten Samstag blieb das Schwert in einem armdicken Ast stecken, der mit beiden Enden auflag und in der Mitte durchhing. Ich hatte ihn von oben in einem Zug durchsägen wollen, also genau von der Druckseite her, und der Schnitt schloss sich. Mein Nachbar hob den Ast mit einer Stange als Hebel in der Mitte an, bis der Schnitt aufging, und die Säge war wieder frei. Seitdem frage ich mich vor jedem Schnitt, wohin der Ast will, wenn er durch ist.

Am Samstag, dem 1. März, war ich fertig: fünf Samstage, zusammen etwa 31 Stunden im Wald, dazu gut fünf Liter Sonderkraftstoff, gut drei Liter Kettenöl und eine Kette, die an einem Stein stumpf wurde. Am 5. März ging der Förster mit dem Maßband an meinen Stapeln entlang und kam auf 6,4 Raummeter, also 128 Euro.

Pro Raummeter macht das knapp fünf Stunden ohne die Fahrten, gemittelt aus Birken, die schnell gingen, und Hainbuchen, die nicht gehen wollten. Im April wird abgefahren, und danach kommt die eigentliche Arbeit: das Spalten.