Am Hackklotz

Brennholz für einen kleinen Kaminofen: im Gemeindewald selbst gesägt, im Hof gespalten und zwei Sommer lang getrocknet.

Ein alter Autoreifen auf dem Hackklotz

31. Mai 2025 · 3 Min. Lesezeit

Das Holz aus dem Los kam Anfang April mit dem Anhänger meines Nachbarn in den Hof. Der Anhänger darf eine Tonne laden, ein Raummeter frische Buche wiegt um die 700 Kilo, also wurden es fünf Fuhren. Unser Ofen nimmt Scheite bis 30 Zentimeter, ich schneide auf 25, auf einem selbst gebauten Sägebock, in den ein ganzes Bündel Meterstücke passt. Drei Schnitte quer durch, und aus jedem Meter werden vier Rollen.

Gespalten wird auf einem Eichenklotz aus dem Sägewerk. Er ist so hoch, dass die Axt im Moment des Auftreffens waagerecht steht. Geht ein Schlag daneben, landet die Schneide im Klotz und nicht im Schienbein. Auf dem Klotz liegt ein alter Autoreifen, in den ich drei oder vier Rollen stelle. Nach dem Spalten fallen die Scheite nicht herunter, sondern bleiben im Reifen stehen, und ich spalte einfach weiter, bis alles klein genug ist. Das spart viel Bücken, und bei hundert Rollen an einem Abend merkt man das am nächsten Morgen.

Für dünne Rollen bis etwa 15 Zentimeter nehme ich die Spaltaxt, für alles darüber den Spalthammer, dessen Rücken auch für die Stahlkeile gedacht ist. Dicke Rollen spalte ich nicht durch die Mitte, sondern schlage rundherum Stücke vom Rand ab, bis ein Kern übrig ist, der leicht aufgeht. Hat die Stirnfläche schon Risse, setze ich an einem davon an, denn dort will das Holz ohnehin auseinander. Buche und Birke machten frisch wenig Mühe, die Hainbuche umso mehr: Ihre Fasern sind ineinander verdreht, die Axt federte zurück oder blieb stecken, und für einen halben Raummeter brauchte ich drei Abende und beide Keile.

Für unseren kleinen Ofen spalte ich auf sechs bis neun Zentimeter, dickere Scheite glimmen nur. Aus astfreien Stücken wird mit dem Beil Anzündholz. Nach zwei Stunden höre ich auf, weil die Schläge danach ungenau werden. Schutzbrille und Handschuhe trage ich, seit mir im April ein streichholzlanger Splitter knapp unter dem Auge in der Wange stecken blieb.

Ende Mai war alles gespalten, mit einer Überraschung zum Schluss: Aus 6,4 Raummetern Meterholz sind gestapelt nur noch etwa 5,5 Raummeter ofenfertige Scheite geworden. Es fehlt nichts, kurze Scheite liegen nur dichter als krumme Meterstücke. Sechs Buchenscheite habe ich nummeriert und gewogen, bevor sie in die Stapel kommen. Bis die Buche in den Ofen darf, vergehen jetzt zwei Sommer.